\story{Intensive Sanftheit}

Vor Kurzem hatte ich den besten Sex meines Lebens. Vielleicht – schwer
zu sagen, jedenfalls Top 5. Eine Freundin hat den Kontakt zu Sultan
hergestellt;
er hat mir für drei Tage einen Platz in seinem Strandhaus angeboten, da
ich Ruhe brauchte.\\
Wir mochten uns. Recht schnell lag erotisches Knistern in der Luft, aber
am ersten Tag ist nichts passiert. Am zweiten fingen wir an, auf der
Couch zu kuscheln, immer mehr. Begannen uns zu küssen und stellten beide
begeistert fest, dass die intensive Sanftheit, mit der wir es mögen zu
küssen und zu berühren, ein absolutes Match war. Noch nie habe ich
jemanden getroffen, der zu jeder Sekunde genau wusste, welche Berührung
mein Körper wo auf welche Art wollte. Und ihm ging es genauso. Unsere
Körper verschmolzen zu einer einzigen Choreografie der Lust, der Küsse,
der Berührungen, der Erregung.\\
Zu merken, dass meine Art der Intimität ankam und Lust erzeugte, setzte
mich frei. Ich habe selten so wenig nachgedacht beim Sex, so viel
gespürt, so intuitiv berührt. Umgekehrt hat es mich endlos entspannt
zu merken, dass ich genau das bekomme, was ich möchte, ohne dafür
irgendwie die richtigen Worte finden zu müssen, mich richtig ausrichten
zu müssen. Jede Zelle meines Körpers vibrierte durch die Berührung unserer
Körper. Bereits ohne bzw. vor der Penetration.\\
Jede meiner Berührungen und Küsse trieben ihn in andere Sphären; er gab
sich vollkommen hin, nicht devot, sondern genießend, loslassend.\\
Wir gaben uns gegenseitig die Erlaubnis, vollkommen zu empfangen und
vollkommen zu geben, ganz unserer Lust und Intuition zu folgen. Wir
erreichten dadurch jeder für sich und gemeinsam neue Ebenen der Lust.\\
Meine Lust fühlte sich an wie ein unendlich weiter Ozean, und ich
schwebte auf der Oberfläche, ohne Kontrolle im allerbesten Sinn. Mein
Körper vertraute diesem Mann vollkommen. Bei der Penetration hat mein
gesamter Unterleib gebebt in einer Weise, die ich nicht mal für möglich
hielt. Als er mich leckte und mit den Fingern meine Vagina stimulierte,
fand er einen Punkt, den ich nicht kannte und der mich in andere Sphären
katapultierte.

Dieser Sex war phänomenal. Nicht wegen der Stellungen, sondern wegen der
Hingabe. Wegen des vollkommenen Ich-Seins, dem Loslassen allen Denkens
über Was-ist-richtig und Was-will-er? Er sagte, er hatte zuletzt
ähnlichen Sex vor 15 Jahren. Und es sei so gut, weil sich unsere Seelen
verbunden haben. Ich denke, damit hatte er ein wenig recht – nicht auf
romantischer Ebene, sondern auf der Ebene der Authentizität.

Mein nächster Sexualpartner war anders: Salim, ein stürmischer Küsser,
wenig sinnlich. Aber beflügelt von meiner neuen Erfahrung stand ich für
meine Bedürfnisse ein, bremste ihn aus, tat, was ich genoss. Und siehe
da, er wurde sanft und weich. Ich hatte meine extrem heiße Spielwiese
und wurde mit hilflos-genießenden \quote{fuckfuckfuckfuck}s belohnt.

Oft überlassen wir als Frauen den Männern die Leitung. Aber das zu
durchbrechen, hat mein Sexualleben über die Jahre sinnlicher, intimer
und schöner gemacht.

\question{Platz für deine Top 5 (oder so)}
\Zeilen{16}

\question{Was hatten diese Erlebnisse gemeinsam?}
\Zeilen{16}

\question{Wie kannst du dich verhalten, um deine nächste sexuelle Begegnung mehr in diese Richtung zu bringen?}
\Zeilen{15}
